Blut im Urin

Ursachen, Symptome und Behandlung einer Hämaturie

Hast Du Dich nach dem Wasserlassen auch schon mal erschreckt, weil Dein Urin rötlich verfärbt war? Manchmal findet sich der Grund schnell beim Mittagsessen, wo es Rote Bete und Heidelbeerkompott gab. Doch geht die Verfärbung nach ein bis zwei Toilettengängen nicht weg, könnte Blut im Urin sein – Ärzte sprechen dann von einer Hämaturie. Wie erklären Dir, was die Ursachen für Blut im Urin sind, ob es gefährlich ist und was hilft.

  • Fabienne
  • 4 min

Was ist eine Hämaturie?

Bevor wir Dir alles über die Ursachen und Behandlung von Blut im Urin erklären, solltest Du Dich zunächst mit den Begrifflichkeiten rund um die Hämaturie vertraut machen. Blut im Urin ist nämlich nicht gleich Blut im Urin. Welche Fachbegriffe im medizinischen Umfeld unterschieden werden, zeigt Dir unser Infokasten.

Fachbegriffe auf einen Blick

  • Hämaturie: Blut im Urin, beziehungsweise das vermehrte Vorkommen von roten Blutkörperchen (Erythrozyten)

  • Makrohämaturie: Blut im Urin, das mit bloßem Auge sichtbar ist (hell-rötlich bis dunkelbraun gefärbter Urin, je nach Alter und Intensität der Blutbeimischung)

  • Mikrohämaturie: Blut im Urin ist nicht sichtbar, sondern wird erst mit einem Teststreifen oder mikroskopisch erkennbar

Was sind die Ursachen für Blut im Urin?

Die Ursachen für Blut im Urin sind vielfältig – im Allgemeinen deutet eine Hämaturie aber auf eine Erkrankung oder Verletzung im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane hin. Für die genaue Diagnose solltest Du auf jeden Fall Deinen Arzt/Deine Ärztin aufsuchen und mögliche weitere Symptome und Vorerkrankungen berücksichtigen. Oft findet sich dann die Ursache für die erhöhte Anzahl an Erythrozyten im Urin bei den ableitenden Harnwegen oder Nieren:

  • Erkrankungen an Harnröhre, Blase und Harnleiter: Dazu gehören Harnwegsinfekte wie eine Blasenentzündung und Harnröhrenentzündung. Neben Blut im Urin wirst Du oftmals auch Brennen beim Wasserlassen spüren. Auch Blasen- und Harnsteine, die sich je nach Lage häufig mit kolikartigen Schmerzen im Unterleib, Rücken und in der seitlichen Bauchregion bemerkbar machen, können eine Hämaturie auslösen. Des Weiteren kann auch eine Engstelle am Ausgang der Blase oder in der Harnröhre der Auslöser sein.

  • Nierenentzündungen: Sowohl eine Nierenkörperchenentzündung (Glomerulonephritis) als auch eine interstitielle Nephritis und eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) können Blut im Urin verursachen. Typische Begleitsymptome sind Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen in der Flanke (also der seitlichen Bauchregion) sowie Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen.

  • Zysten, Divertikel oder Polypen an Nieren, Harnröhre oder Blase: Einzelne Zysten sind in der Regel harmlos und führen zu keinen Beschwerden. Bist Du jedoch von vielen Zysten im Harntrakt betroffen, äußert sich dies neben Nierenschmerzen und Bluthochdruck auch mit Blut im Urin. Divertikel (Ausstülpungen an der Harnblase) oder Polypen (Schleimhautwucherungen) können ebenfalls zu einer Hämaturie führen und verursachen zusätzlich Probleme oder Schmerzen beim Wasserlassen.

  • Niereninfarkt und Nierenvenenthrombose: Hierbei verstopft ein Blutgerinnsel eine Nierenarterie (Niereninfarkt) beziehungsweise Vene (Nierenvenenthrombose). Typische Anzeichen sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie starke Flankenschmerzen und Blut im Urin.

  • Parasitäre oder bakterielle Infektionen: Grund für Blut im Urin können bestimmte Infektionen, wie beispielsweise die bakterielle Urogenitaltuberkulose, sein. Warst Du vor längerer Zeit in den Tropen, könnte es sich um eine durch Parasiten ausgelöste Blasen-Bilharziose handeln.

  • Tumore: Stellst Du Blut im Urin ohne weitere Schmerzen fest, kann dies in einigen Fällen ein erstes Anzeichen für Blasenkrebs, Harnröhrenkrebs, Harnleiterkrebs oder Nierenkrebs sein.

  • Verletzungen: Wenn Du nach einem Sturz oder Schlag Blut im Urin findest, wurden vermutlich die Harnwege, die Blase oder die Nieren verletzt.

  • Medikamente: Nimmst Du blutverdünnende Medikamente, wie zum Beispiel Aspirin oder Marcumar, ein, kann eine Hämaturie eine Nebenwirkung sein. Das Gleiche gilt für Antibiotika wie Penicilline sowie Schmerzmittel wie Paracetamol oder nichtsteroidale Antirheumatika.

  • Operationen und Katheter: Während der Abheilungsphase nach urologischen Eingriffen oder bei der Entfernung von Kathetern ist es oftmals vollkommen normal, dass Dein Harntrakt gereizt ist und Blut im Urin auftritt.

  • Extreme sportliche Betätigung: Wenn Du Ausdauersportarten liebst und Dich etwa bei Marathonläufen oder Radrennen einer hohen körperlichen Belastung und starkem psychischen Stress aussetzt, kann danach Blut im Urin auftreten. Die Ursache wird in der Erschütterung der Blase vermutet.

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Blut im Urin als Mann

Aufgrund der anatomischen Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt es bestimmte Erkrankungen der Harn- und Geschlechtsorgane, die mit einer Hämaturie einhergehen, die geschlechtsspezifisch sind. Wenn Du als Mann Blut im Urin bei Dir feststellst, könnten folgende Erkrankungen als Ursache in Frage kommen:

Bakterien sind häufig der Auslöser für eine chronisch oder akut entzündete Prostata. Bei einer akuten Prostatitis hast Du Symptome wie Fieber, Schmerzen im Schritt (am Damm), beim Harn- und Stuhldrang sowie Ausfluss. Stellst Du auch noch Blut im Urin fest, liegt gleichzeitig eine Harnröhrenentzündung vor.

Bei einer Prostataentzündung kann auch die Samenblase in Mitleidenschaft gezogen werden. Anzeichen hierfür sind Schmerzen beim Sex und Wasserlassen sowie im Unterleib oder auch Blut im Urin und im Sperma.

Bemerkst Du Blut im Urin ohne jegliche Schmerzen, könnten es sich um erweiterte Prostatavenen handeln, ähnlich wie bei Krampfadern.

Erst im späteren Verlauf äußern sich Beschwerden wie Probleme beim Wasserlassen, Blut im Urin, Schmerzen im Beckenbereich sowie Potenzstörungen. Damit der Tumor nicht lange Zeit unbemerkt bleibt, solltest Du regelmäßig Früherkennungsuntersuchungen beim Urologen/bei der Urologin wahrnehmen.

Blut im Urin als Frau

Bei der chronischen Erkrankung, die oft mit starken Schmerzen verbunden ist, siedelt sich gebärmutterschleimhautartiges Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle an. Je nach Zyklusphase kannst Du dabei eventuell auch Blut im Urin finden.

Wenn Du in den Wechseljahren bist, bemerkst Du wahrscheinlich kein Blut im Urin, aber häufig wird eine Mikrohämaturie per Zufall festgestellt. Eine mögliche Ursache sind die durch den Östrogenmangel trockener und empfindlicher werdende Schleimhäute der Harn- und Geschlechtsorgane.

Diese Erkrankung ist sehr selten und betrifft überwiegend junge Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Symptome sind krampfartige und starke Schmerzen im Bereich der Flanken sowie Blut im Urin. Oft lässt sich keine Ursache an den Nieren oder den Harnwegen finden.

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Ist Blut im Urin harmlos?

Nicht jeder rötlich gefärbte Urin hat Blut in sich und deutet auf eine Erkrankung hin. Dennoch solltest Du auf jeden Fall Deinen Arzt/Deine Ärztin aufsuchen, wenn Dein Urin auch nach mehreren Toilettengängen noch rötlich aussieht. Im Gespräch über Begleiterscheinungen, Dauer und Intensität der Verfärbung ergibt sich das weitere Vorgehen. In der Regel folgen eine körperliche Untersuchung sowie Blut- und Urintests im Labor, um die genaue Ursache für die erhöhte Anzahl an roten Blutkörperchen im Urin zu finden oder womöglich Blutbeimischungen auszuschließen. Denn neben harmlosen Gründen und Erkrankungen können auch Lebensmittel, Alkohol oder hormonelle Umstellungen der Grund für eine Verfärbung des Urins sein. Was die verschiedenen Farben Deines Harns bedeuten, erfährst Du in unserem Artikel über „Urinfarben“.

Was hilft bei einer Hämaturie?

Die Behandlung von Blut im Urin ist so vielfältig wie die Ursachen. Je nachdem, welcher Grund hinter der Hämaturie steckt, reicht die Therapie von Medikamenten über Operationen bis hin zu Bestrahlungen. Dein Arzt/Deine Ärztin wird Dir nach der Untersuchung genau erklären, was die richtige Behandlung für Dich ist. Um einer Hämaturie beziehungsweise Erkrankungen der Harnwege und Nieren vorzubeugen, kannst Du einfach auf ein paar Dinge im Alltag achten:

  • Trinke ausreichend: Am besten 1,5 bis 2 Liter täglich in Form von Wasser, ungesüßten Tees oder Schorlen. Wenn Du bereits ein Nierenleiden hast, besprich mit Deinem Arzt/Deiner Ärztin die optimale Trinkmenge für Dich.

  • Achte auf Dein Körpergewicht und bleibe in Bewegung: Übergewicht ist ein Risikofaktor für viele Erkrankungen, und regelmäßige Sporteinheiten halten nicht nur fit, sondern steigern auch Dein Wohlbefinden und Deine Abwehrkräfte.

  • Ernähre Dich gesund und abwechslungsreich: Auch das hilft, ein gesundes Körpergewicht zu halten und Dein Immunsystem zu stärken.

  • Behalte Vorerkrankungen im Blick: Bluthochdruck und Diabetes sind große Risikofaktoren für Nierenerkrankungen. Daher ist es besonders wichtig, dass Du Deine Werte im Auge behältst.

  • Verzichte auf Nikotin: Rauchen schwächt nicht nur das Immunsystem und begünstig damit unter anderem Harnwegsinfektionen, sondern fördert auch die Entstehung von Krebs – auch im Harntrakt.

Häufig gestellte Fragen

Nicht unbedingt: Auch Lebensmittel, Medikamente und hormonelle Veränderungen können den Urin rötlich verfärben. Sollte Dein Urin nach mehreren Toilettengängen weiterhin eine hellrote bis braune Farbe haben, solltest Du einen Arzt/eine Ärztin zur weiteren Abklärung aufsuchen.

Hämaturie ist der Fachbegriff für Blut im Urin. Bei einer Makrohämaturie ist das Blut mit bloßen Augen im Harn sichtbar und bei der Mikrohämaturie lässt sich das Blut erst durch Urinuntersuchungen feststellen.

Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Harnwegsinfekten über Nierensteine bis hin zu Tumoren und Verletzungen. Welche Ursache bei Dir für das Blut im Urin verantwortlich ist, kann nur Dein Arzt/Deine Ärztin nach Gesprächen, körperlichen Untersuchungen und Blut- sowie Urintests herausfinden.

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