Hormonveränderung während der Wechseljahre

Wie Hormonveränderungen und Blasenschwäche zusammenhängen

Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen sind allseits bekannte Begleiterscheinungen der Wechseljahre. Aber wusstest Du schon, dass die altersbedingten Hormonveränderungen im weiblichen Körper auch zu Blasenschwäche führen können? In diesem Artikel erklären wir Dir, wodurch die Wechseljahre und die Menopause ausgelöst werden und welche körperlichen Veränderungen sie mit sich bringen. Außerdem verraten wir Dir die Gründe für Inkontinenz in den Wechseljahren und wie Du Deine Blasenbeschwerden lindern kannst.

  • Katharina
  • 5 min

Was sind die Wechseljahre?

Während des Klimakteriums – besser bekannt als Wechseljahre – beginnt der weibliche Körper, sich auf das Ende der fruchtbaren Lebensphase einzustellen. Gemeint sind mit den Wechseljahren sowohl die Jahre vor als auch die Jahre nach der letzten Regelblutung, die als Menopause bezeichnet wird. In dieser Zeit, die im Durchschnitt in den mittleren vierziger Jahren beginnt und im Durchschnittsalter von 51 Jahren endet, sinkt die Produktion von Östrogen und Progesteron im weiblichen Körper. Der zuvor bestehende Hormonhaushalt wird so ins Ungleichgewicht gebracht. Im Rahmen der Wechseljahre stellt sich der Körper auf ein neues Hormongleichgewicht ein.

Ursachen der Wechseljahre

Ausgelöst werden die Wechseljahre durch eine sinkende Produktion der Hormone Östrogen und Progesteron, weil die Eierstöcke langsam, aber sicher ihre Arbeit niederlegen. Das Östrogen ist im weiblichen Körper an der Sicherstellung der Fruchtbarkeit beteiligt. Das Sexualhormon Progesteron hingegen ist unter anderem dafür verantwortlich, die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vorzubereiten. Nimmt die Konzentration dieser Hormone mit Einsetzen der Wechseljahre ab, hat das also Auswirkungen auf die Fertilität der Frau. Das zeigt sich auch in einem immer unregelmäßiger werdenden Menstruationszyklus.

Symptome und Verlauf der Wechseljahre

Ausgelöst durch die Hormonveränderungen im Rahmen der Wechseljahre können diverse Symptome auftreten. Einige Frauen nehmen die Veränderungen ihres körperlichen und seelischen Zustandes in ausgeprägter Form wahr. Andere Frauen wiederum bemerken kaum oder gar keine Anzeichen für die Wechseljahre.

Wenn Du bei Dir folgende Symptome wahrnimmst, sind mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Wechseljahre der Auslöser:

  • Deine Menstruation wird seltener und unregelmäßiger.

  • Du bekommst Hitzewallungen und schwitzt auch nachts überdurchschnittlich viel.

  • Du bemerkst an Dir selbst Stimmungsschwankungen.

  • Probleme beim Durchschlafen plagen Dich und sorgen zunehmend für allgemeine Erschöpfung.

  • Du leidest unter Scheidentrockenheit und verspürst weniger sexuelle Lust.

  • Deine Figur verändert sich wegen einer geringen Stoffwechselaktivität, und Du nimmst Gewicht zu. Eine Schilddrüsenfunktionsstörung solltest Du bei diesen Beschwerden trotzdem abklären lassen.

  • Du verlierst plötzlich ungewollt Urin und bemerkst verstärkten Harndrang.

  • Du leidest häufiger unter Blasenentzündungen.

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Je nachdem, in welcher Phase der Wechseljahre Du Dich befindest, können sich unterschiedliche Symptome ausprägen. Um einen Überblick über die drei Phasen der Wechseljahre zu bekommen, haben wir Dir die wichtigsten Infos übersichtlich zusammengefasst.

Prämenopause

Im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, etwa 4 Jahre vor der Menopause, verlangsamen die Eierstöcke ihre Arbeit. Dadurch besteht in den Wechseljahren ein Östrogen- und Progesteronmangel. Störungen im Menstruationszyklus sind die Folge und können sich schon jetzt in unregelmäßigen Regelblutungen zeigen.

Perimenopause

Circa im Alter von 50 Jahren befindet sich der weibliche Körper in der Perimenopause. Gekennzeichnet wird diese Phase der Wechseljahre vor allem durch eindeutige Zyklusunregelmäßigkeiten, die irgendwann im Ausbleiben der Periode enden. Der eindeutige Zeitpunkt der Menopause kann allerdings erst rückwirkend bestimmt werden – nämlich dann, wenn die letzte Blutung über ein Jahr zurückliegt. Setzt bei Dir nach mehr als einem Jahr noch eine Blutung ein, gilt sie als Postmenopausenblutung und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Postmenopause

Die Postmenopause setzt zumeist nach dem 50. Lebensjahr ein. Sie beginnt ein Jahr nach der letzten Periode und gibt den Startschuss für die Einstellung auf ein neues Hormongleichgewicht. Auch die Beschwerden, die Dich in den Jahren zuvor begleitet haben, lassen meistens nach.

Blasenschwäche und Wechseljahre – wie hängt das zusammen?

In der Medizin wird davon ausgegangen, dass bis zu zwei Drittel aller Frauen in den Wechseljahren mit Blasenschwäche zu kämpfen haben. Zahlreiche Frauen scheuen allerdings den Besuch in der Gynäkologie oder Urologie, weil sie sich für den ungewollten Urinverlust schämen. Inkontinenz wird in unserer Gesellschaft immerhin häufig noch als Tabuthema gesehen. Da eine schwache Blase jedoch viele Menschen trifft, wird es Zeit, offen über diese Begleiterscheinung zu reden, die etliche Erkrankungen und Lebensveränderungen mit sich bringen. So kann Blasenschwäche bei Frauen zum Beispiel als Symptom der Wechseljahre auftreten.

Wie wirken Hormonveränderungen vor der Menopause auf die Blase?

Sinkt der Östrogenspiegel im Körper, wirkt sich das auch auf die Harnblase aus: Sie wird sensibler und reagiert auf die reizenden Stoffe im Urin. Als Folge wirst Du häufiger starken Harndrang verspüren.

Außerdem schwächt die Hormonveränderung das Bindegewebe – so auch im Beckenboden. Frauen in den Wechseljahren, die in ihrem Leben schwanger waren und vaginal entbunden haben, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit noch stärker mit einer Beckenbodenschwäche zu kämpfen. Dabei besteht das Risiko einer Organsenkung, und Gebärmutter, Blase oder Harnleiter können tiefer in den Beckenboden sinken. Dadurch wird die Harnröhre gekrümmt und der Blasenschließmuskel kann den Harn nicht mehr ausreichend halten. Eine solche Art der Blasenschwäche äußert sich beispielsweise in Form einer Belastungsinkontinenz. Ausgelöst werden kann sie aber auch durch eine Mangelöstrogenisierung der Vaginalschleimhaut. Dabei schrumpfen die Schleimhäute der Scheide und verlieren ihre Dehnbarkeit und Stabilität, was zu den beschriebenen Beschwerden führt.

Aber nicht nur Inkontinenz kann durch die Wechseljahre begünstigt werden. Auch häufigere Harnwegsinfektionen oder Blasenentzündungen können vor der Menopause auftreten. Grund dafür sind der veränderte pH-Wert im Genitaltrakt und die schlechtere Schleimhautdurchblutung, die Viren und Bakterien das Eindringen erleichtern.

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Wie wird Blasenschwäche in den Wechseljahren behandelt?

Die gute Nachricht zuerst: Wenn Du während Deiner Wechseljahre von Blasenschwäche betroffen bist, heißt das noch lange nicht, dass Du nun Dein Leben lang mit dieser leben musst. Es gibt diverse effektive Maßnahmen, mit denen Du und Deine Ärztin/Dein Arzt die Beschwerden lindern könnt.

Durch gezieltes Beckenbodentraining wird Deine Muskulatur in Blase und Beckenboden gestärkt. Das wiederum wirkt sich positiv auf das Wasserhalten aus. Wir empfehlen Dir zum Einstieg in das Beckenbodentraining, eine Physiotherapeutin/einen Physiotherapeuten aufzusuchen. Die dabei erlernten Übungen kannst Du im Anschluss mit Leichtigkeit zuhause ausführen und so Tag für Tag an der Stärkung Deiner Muskulatur arbeiten.

Eine Info vorab: Die Vor- und Nachteile einer Hormontherapie während der Wechseljahre solltest Du ausführlich mit Deiner Ärztin/Deinem Arzt abwägen. Nicht jede Frau muss aufgrund der Beschwerden der Wechseljahre eine Hormontherapie in Anspruch nehmen. Konkret geht es bei dieser Therapie darum, den Hormonhaushalt wieder herzustellen, weshalb der Östrogenmangel durch Ergänzungsmittel ausgeglichen wird. Diese Cremes oder Zäpfchen werden nur für den lokalen Gebrauch in der Scheide verwendet und haben somit vor allem eine rein lokale Wirkung.

Durch östrogenhaltige Cremes oder Zäpfchen kann die Durchblutung der Schleimhäute wieder verbessert werden. Dadurch wird auch das Gewebe wieder elastischer, was sich positiv auf die Blasenfunktion auswirkt.

Operationen sind in den seltensten Fällen notwendig. Fällt die Entscheidung in Absprache mit der Ärztin/dem Arzt allerdings doch auf einen minimalinvasiven Eingriff, werden dabei Vaginalbänder unter die Harnröhre gelegt. Dort dienen sie als Stütze.

Zu den effektiven nichtinvasiven Eingriffen zählen unter anderem lokale Laserbehandlungen. Sie zeigen vor allem bei wiederkehrenden Blasenentzündungen, Scheidentrockenheit und Belastungsinkontinenz Wirkung.

Neben diesen ärztlich verordneten Behandlungsoptionen kannst auch Du selbst der Blasenschwäche im Alltag entgegenwirken. Am wichtigsten ist es, dass Du einen aktiven Lebensstil verfolgst, bei dem ausreichend körperliche Betätigung zur Priorität wird. Auch eine gesunde, blasenschonende Ernährung tut Deinem Körper gut. In Kombination mit Sport kannst Du so Übergewicht vermeiden, denn das verstärkt die Blasenschwäche. Entgegen der Auffassung, dass wenig Flüssigkeitsaufnahme einem geringen Harndrang gleichkommt, solltest Du weiterhin ausreichend trinken. Das trainiert Deine Blase und schützt sie vor einer Blasenreizung durch zu hoch konzentrierten Harn.

Zum Schluss noch ein paar ermutigende Worte: Sieh die Wechseljahre und ihre „Nebenwirkungen“ nicht als Krankheit an, denn sie gehören zum Älterwerden dazu und bereiten Deinen Körper auf eine neue Lebensphase vor. Natürlich darfst Du wegen der Symptome der Wechseljahre auch einmal verzweifeln – das ist ganz normal. Besinne Dich in dieser Zeit allerdings auch darauf, was Dein Körper braucht und gebe ihm die nötige Zeit, um auch diesen Lebensabschnitt mit all seinen Höhen und Tiefen zu meistern. Wir wünschen Dir viel Ausdauer, Gesundheit und Lebensfreude!

Häufig gestellte Fragen

In der Regel beginnen die Wechseljahre bei Frauen mit Mitte 40. Die Menopause – sprich die letzte Periode im Leben einer Frau – setzt im Durchschnitt im Alter von 51 Jahren ein. Sowohl der Beginn als auch das Ende der Wechseljahre können von Frau zu Frau unterschiedlich sein. So sind Fälle von Frauen bekannt, bei denen sich schon in den Dreißigern Hormonveränderungen eingestellt haben. Im Gegensatz dazu ist es auch möglich, dass Frauen wesentlich später unfruchtbar werden.

In den Wechseljahren haben Frauen vor allem mit folgenden Beschwerden zu kämpfen:

  • Unregelmäßige Menstruation

  • Hitzewallungen und Nachtschweiß

  • Stimmungsschwankungen

  • Schlafstörungen

  • Gewichtszunahme

  • Scheidentrockenheit

  • Häufigere Blasenentzündungen und verstärkter Harndrang

Eine Figurveränderung in den Wechseljahren, also eine hormonell bedingte Gewichtszunahme, ist keine Seltenheit. Dadurch, dass der Östrogenspiegel fortlaufend sinkt, verändern sich auch die Körperzusammensetzung und die Stoffwechselaktivität.

Durch die Wechseljahre wird ein Östrogenmangel herbeigeführt, da die Eierstöcke aufhören, das Hormon zu bilden. Auch das Hormon Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut normalerweise auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereitet, wird nicht mehr gebildet.

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