Wissenswertes rund um die Prostata

Funktion, Beschwerden und Tipps für eine gesunde Prostata

Schon 300 vor Christus beschrieb der griechische Arzt Herophilos von Chalkedon die Anatomie der Prostata. Ihm verdankt sie auch ihren Namen: Jahrtausende später ist das männliche Geschlechtsorgan auch weiterhin als „Vorsteherdrüse“ bekannt, was sich auf das altgriechische Wort „prostátēs“ („Vorsteher“, „die Vorstehende“) zurückführen lässt. In diesem Artikel verraten wir Dir, was wir heute über den Aufbau der Prostata, ihre Funktion, mögliche Erkrankungen und Maßnahmen zur Vorsorge wissen.

  • Fabienne
  • 4 min

Anatomie der Prostata

Die Prostata gehört wie etwa die Hoden oder Samenleiter zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes – Frauen haben also keine Prostata. Sie befindet sich am Beckenboden unterhalb der Harnblase und umschließt ringförmig den Beginn der Harnröhre. Hinten grenzt die Prostata am Mastdarm. Ihre Lage unmittelbar vor dem Rektum macht es möglich, dass die Vorsteherdrüse über einen Finger im Enddarm ertastet werden kann – etwa bei einer Vorsorgeuntersuchung. Durch sie hindurch verlaufen paarig angelegte Spritzkanäle, durch die ein Teil des Ejakulats beim Samenerguss fließt. Außerdem besitzt sie Ausführungsgänge in die Harnröhre.

Eine gesunde Prostata kannst Du Dir als Kastanie vorstellen, was ihre Größe und ihr Gewicht von circa 20 Gramm betrifft. Die Vorsteherdrüse fühlt sich in der Regel weich an – in etwa so, wie Dein angespannter Daumenballen in der Handinnenfläche. Das kommt daher, da sie von einer Bindegewebskapsel umschlossen wird, die aus glatten Muskeln und elastischem Bindegewebe besteht.

Grafik der Anatomie der Blase und Harnröhre von Männern

Der Aufbau der Prostata lässt sich in drei Zonen einteilen:

  • Periphere Zone (Außenzone): Diese Zone macht den Hauptteil der Prostata aus und ist hauptsächlich für die Produktion des Prostatasekrets verantwortlich. Circa 70 % der Drüsen befinden sich hier.

  • Periurethrale Mantelzone (Übergangszone): Diese kleine Zone umfasst den Bereich vor und seitlich des Anfangsteils der Harnröhre und damit den Kern der Vorsteherdrüse. Bei einer vergrößerten Prostata liegt hier eine Vermehrung des Drüsengewebes vor.

  • Zentralzone: Dieser Bereich befindet sich um die Spritzkanäle herum und macht knapp 25 % der Vorsteherdrüse aus.

Funktion der Prostata

Zwar ist die Prostata kein lebenswichtiges Organ, aber dennoch erfüllt sie viele wichtige Funktionen:

  • Bildung des Prostatasekrets: Mit der Pubertät beginnen die 30 bis 50 Einzeldrüsen der Prostata mit der Sekretbildung. Circa 30 % des männlichen Samenergusses bestehen aus dem milchigen Prostatasekret. Es hält unter anderem die Spermien beweglich und schützt sie vor dem sauren pH-Wert in der Scheide.

  • Vermischung des Spermas: Beim Samenerguss ziehen sich die Muskeln der Prostata zusammen. So gelangen durch die Spritzkanäle die Spermien aus den Hoden, das Sekret der Samenblasen und das Prostatasekret in der Harnröhre zusammen und vermischen sich zum Sperma.

  • Verschluss der Harnblase während des Samenergusses: Durch ihre Lage können die Muskeln der Prostata den Zugang zur Blase während der Ejakulation vollständig verschließen. So gelangt weder Urin in das Sperma noch Sperma in die Harnblase.

  • Verschluss der Samenwege während des Wasserlassens: Beim Urinieren verschließt die Muskulatur der Prostata die Spritzkanäle und die Ausführungsgänge der Prostatadrüsen, damit keine Spermaflüssigkeit austritt.

  • Hormonstoffwechsel: Die Prostata wandelt das männliche Geschlechtshormon Testosteron in eine biologisch sehr aktive Form um – in das sogenannte Androgen DHT (Dihydrotestosteron), was zum Beispiel sehr wichtig für die Sekretbildung und die Libido ist.

Krankheiten und Beschwerden der Prostata

Wenn Du Probleme mit Deiner Vorsteherdrüse hast, merkst Du es wahrscheinlich zuerst beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr, zum Beispiel durch Erektionsstörungen. Häufig lassen sich diese Symptome auf eine gutartig vergrößerte Prostata (Prostata-Hyperplasie) zurückführen. Das Risiko hierfür steigt mit dem Alter: Männer ab 50 Jahren sind besonders oft betroffen, da sich die Prostatazellen nach dem 30. Lebensjahr zu vermehren beginnen. Diese Vergrößerung ist zunächst keine Krankheit und kann zum Teil keine oder nur harmlose Beschwerden verursachen.

Wenn bei Dir eine vergrößerte Prostata festgestellt wurde und Du zusätzlich Miktionsstörungen – Probleme beim Wasserlassen – hast, sprechen Mediziner/Medizinerinnen von einem benignen Prostatasyndrom (BPS). Die Miktionsstörungen können in Form von Schmerzen beim Urinieren, häufigem Harndrang (insbesondere in der Nacht), plötzlichem Harndrang bis hin zur Inkontinenz auftreten.

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Hinter den Beschwerden können sich auch ernsthafte Erkrankungen wie eine Prostataentzündung (Prostatitis) oder Prostatakrebs (Prostatakarzinom) verbergen. Während die Prostataentzündung häufig mit starken Schmerzen beim Urinieren einhergeht, bleibt Prostatakrebs oft lange Zeit unbemerkt. Daher solltest Du, wenn Du Auffälligkeiten bei Dir entdeckst, diese mit Deinem Arzt/Deiner Ärztin abklären und zusammen über die Behandlung Deiner Symptome sprechen.

Tipps für eine gesunde Prostata

Es kursieren viele gut gemeinte Ratschläge zur Prostatagesundheit: von der Prostatamassage bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln aus Kürbiskernen oder Sägepalmenextrakt. Oft stecken keine wissenschaftlichen Untersuchungen hinter diesen Tipps, sodass Du bei Unsicherheiten am besten bei Deinem Arzt/Deiner Ärztin nachfragen solltest. Es gibt jedoch ein paar grundlegende Dinge, die Du im Alltag umsetzen kannst, die gut für die Prostatagesundheit sind:

  • Gehe regelmäßige zur Vorsorge: Wenn Du gesetzlich versichert bist, steht Dir ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich eine Untersuchung der Prostata zu – das geht bei Deinem Hausarzt/Deiner Hausärztin oder bei Deinem Urologen/Deiner Urologin. Du solltest diesen Vorsorgetermin wahrnehmen, damit Erkrankungen wie Prostatakrebs frühzeitig erkannt werden können.

  • Achte auf Deine Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung ist nicht nur im Allgemeinen gut für Dein Immunsystem, sondern tut auch Deiner Prostata gut. Für eine „prostataschonende“ Ernährung solltest Du am besten pflanzliches Fett mit ungesättigten Fettsäuren wie Rapsöl, Leinöl und Walnussöl verwenden und ballstoffreich essen: also viel Obst, Gemüse und Vollkorn-Produkte.

  • Bleibe in Bewegung: Regelmäßige Sporteinheiten sind gut für Körper und Prostata, da sie fit halten und sich so Übergewicht vermeiden lässt. Sport darfst Du auch in Form von Radfahren machen – der Mythos, dass der Sattel die Prostata schädigt, ist nämlich falsch.

  • Genieße Alkohol und Nikotin besser mit Vorsicht: Dass Alkohol und Rauchen schädlich für Deinen Körper sind, ist sicherlich keine Neuigkeit. Wenn Du Deiner Prostata etwas Gutes tun möchtest, verringerst Du mit dem Verzicht das Risiko für Prostatakrebs.

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Häufig gestellte Fragen

Die Prostata ist eines der inneren männlichen Geschlechtsorgane. Die Drüse spielt eine wichtige Rolle beim Geschlechtsverkehr und beim Wasserlassen. Sie ist für die Bildung des Prostatasekrets zuständig und fungiert wie eine Weiche zwischen Harnblase und Samenwegen – so kann beim Samenerguss kein Urin raus und beim Wasserlassen keine Samenflüssigkeit.

Die Prostata sitzt am Beckenboden unterhalb der Harnblase. Hinten grenzt sie am Mastdarm, sodass sie sich leicht rektal ertasten lässt.

Um möglichen Prostataerkrankungen vorzubeugen, ist vor allem ab 45 Jahren die Vorsorgeuntersuchung einmal jährlich wichtig. Außerdem freut sich Deine Vorsteherdrüse über eine ausgewogene Ernährung, Sport und einen maßvollen Genuss von Alkohol und Nikotin.

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